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| DE000A0S8488 |
A0S848 |
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HHLA kaufen 19.05.2009
HSH Nordbank AG
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Claudia Erdmann, Analystin der HSH Nordbank AG, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488 / WKN A0S848) unverändert mit "kaufen" ein.
Die ersten drei Monate diesen Jahres hätten erwartet brutal angefangen. Der Containerumschlag sei um 32% auf 1,247 Mio. TEU abgerutscht. Die Analystenerwartung habe bei -26% gelegen. Besonders die Feeder-Verkehre in den Ostsee-Raum mit 39,2% und die Überseeverkehre nach Fernost mit -28,2% hätten dazu beigetragen. Diese beiden Handelswege zusammen hätten einen Anteil von knapp 74% am Gesamtumschlag der HHLA in Hamburg.
Der Umsatz sei mit -20,6% weniger scharf abgefallen, was auf einen verbesserten Erlösmix und Lagerentgelte zurückzuführen sei. Der Erlösmix habe sich hin zu den höherpreisigen O&D-Verkehren ins Hinterland und weg von den Transshipment-Verkehren verschoben. Während der O&D-Verkehr um 26,1% zurückgegangen sei, habe der Feederverkehr um 38,6% nachgegeben. Davon betroffen gewesen seien besonders Container Richtung Russland und Finnland. Außerdem sei im Transshipment-Bereich der Preiswettbewerb mit den anderen Häfen der Nordrange besonders intensiv gewesen, so dass Volumen dorthin abgezogen worden sei.
Der Gewinn habe aufgrund des großen Fixkostenanteils erwartungsgemäß überproportional nachgegeben. Das EBITDA im Teilkonzern Hafenlogistik sei um 35,6% auf 72,1 Mio. EUR gesunken, was die Marge von 35,6% auf 28,9% gedrückt habe. Das bereits angelaufene Kostensenkungsprogramm habe allerdings schon Wirkung gezeigt.
Der Materialaufwand habe durch ein geringes Einkaufsvolumen von Fremdleistungen und geringere Beschäftigung von Fremdarbeitern massiv gesenkt werden können. Die Personalkosten seien hingegen noch gestiegen, da zum einen mehr Mitarbeiter als im Vorjahresquartal beschäftigt worden seien und zum anderen eine Tariferhöhung vom Sommer letzten Jahres zu verdauen sei. Am 1. Juli solle dann das Kurzarbeitsprogramm starten, weshalb Einsparungen daraus erst in der zweiten Jahreshälfte zu sehen sein würden. Wenig Spielraum zum Sparen würden die Abschreibungen bieten, da die Investitionen weiter voranschreiten würden, wenn auch in reduziertem Umfang. Das EBIT habe dadurch um 46,9% auf 47,8 Mio. EUR nachgegeben.
Schlussendlich sei der Jahresüberschuss um 55,5% auf 18,7 Mio. EUR gefallen. Das Ergebnis je Aktie habe bei 0,27 EUR gelegen.
Das mit Abstand größte Segment Container habe einen Umsatzrückgang von 21% auf 150,5 Mio. EUR hinnehmen müssen, dabei jedoch den Umsatz je TEU auf bemerkenswerte 120 EUR erhöhen können. Zum einen sei, wie oben gesagt, der Anteil an O&D-Verkehren gestiegen, zum anderen würden nach wie vor Lagerentgelte anfallen. Es sei aber davon auszugehen, dass dieser hohe Umsatz je TEU im weiteren Jahresverlauf nicht gehalten werden könne. Die Preise seien nach wie vor unter Druck und die Containerlogistik der Reeder werde sich verbessern, was zu weniger Lagerentgelten führen dürfte. Das erzielte EBITDA habe bei 65,2 Mio. EUR gelegen (-29,5%). Dadurch sei die EBITDA-Marge von 48,6% auf 43,3% geschrumpft.
Auch die anderen Segmente hätten zu kämpfen. Im Geschäftsfeld Intermodal habe sich das Wettbewerbsumfeld weiter verschärft und auch hier die Preise unter Druck gebracht. Der Umsatz sei um 23,4% gefallen, was über dem Mengenrückgang von 16,6% gelegen habe. Das EBITDA habe sogar 62,7% verloren, wozu zusätzlich die Tochter combisped beigetragen habe, die besonders unter dem Rückgang der Verkehre nach Russland und Finnland gelitten habe. In den nächsten Monaten werde daher die Fortsetzung des Engagements bei combisped geprüft.
Im heterogenen Geschäftsfeld Logistik hätten sich Umsatz (-8,1%) und EBITDA (-9,6%) vergleichsweise stabil gehalten. Die Fruchtlogistik, der Kohleumschlag und die Beratungsgeschäfte hätten positive Impulse gebracht, während der Eisenerzumschlag, die Fahrzeuglogistik und die Kontraktlogistik die Rezession stark zu spüren bekommen hätten.
Die Wirtschaftskrise und der Einbruch beim Containerverkehr hätten nicht alle Häfen in der Nordrange gleich stark getroffen. Der Rotterdamer Hafen, der eine recht ähnliche Struktur der Handelspartner wie der Hamburger Hafen habe, habe im ersten Quartal 2009 "nur" 15,8% weniger Container (2,252 Mio. TEU) umschlagen müssen. Auch Antwerpen habe sich relativ gut mit einem Minus von 16,3% (1,736 Mio. TEU) nach drei Monaten gehalten. In Bremerhaven sei der Einbruch mit 22,1% (1,005 Mio. TEU; Zahlen für Eurogate) schon deutlicher gewesen, was zugleich am beachtlichen Wachstum im Vorjahr gelegen habe, als der neue Terminal 4 seinen Betrieb aufgenommen habe. Hamburg habe es in der Nordrange am schlimmsten erwischt. Das Minus habe nach drei Monaten bei 24,3% (1,86 Mio. TEU) gelegen.
Man müsse wohl davon ausgehen, dass das zweite Quartal ähnliche Einbrüche wie das erste Quartal mit sich bringen werde. Da die beiden letzten Quartale 2008 aber ebenfalls schon schwierig gewesen seien, erwarte man aufgrund des Basiseffekts etwas ruhigeres Fahrwasser in den beiden letzten Quartalen 2009. Insgesamt sehe man den Containerumschlag im laufenden Jahr bei 6,03 Mio. TEU (-17,6%) und reduziere damit die alte Schätzung leicht, die bei -14,3% beim Containerumschlag gelegen habe. In 2010 sollte sich die Lage auf niedrigem Niveau stabilisieren, bevor 2011 eine Erholung einsetzen könne. Den Umsatz im Segment Container sehe man 2009 bei 638 Mio. EUR (-19,3%), den Umsatz vom Teilkonzern Hafenlogistik bei 1.088 Mio. EUR (-16,2%).
Der Vorstand habe bereits an der Kostenschraube gedreht und den Materialaufwand spürbar gesenkt. Durch die im Juli beginnende Kurzarbeit werde der Personalaufwand im zweiten Halbjahr ebenfalls entlastet werden können. Infolge der sinkenden Umsätze pro TEU würden jedoch die Aufwandsquoten im weiteren Jahresverlauf ansteigen. Man gehe davon aus, dass sich die Renditen im Gesamtjahr gegenüber dem ersten Quartal abschwächen werden. Die EBITDA-Marge sollte bei 27,6% liegen (im ersten Quartal: 28,9%).
Das Unternehmen bleibe bei seinem Ausblick für 2009 bei den Aussagen von Ende März, nämlich dass bei Umschlag, Umsatz, und Ergebnis mit deutlichen Rückgängen gerechnet werden müsse, aber trotzdem ein deutlich positives operatives Ergebnis erzielt werden sollte. Das Management betone erneut, dass es für konkretere Aussagen noch zu früh sei.
Die HHLA-Aktie habe in den letzten Wochen wieder etwas an Boden gutmachen können, nachdem sie infolge der überaus negativen Prognosen für den Welthandel und das Weltwirtschaftswachstum stark nach unten gedrückt worden sei. Die Talsohle der Umsatz- und Gewinnentwicklung durchschreite das Unternehmen nach Erachten der Analysten in den ersten beiden Quartalen 2009. Auf Basis der DCF- und EVA®- Modelle komme man zu einem Wert je Aktie von 37,66 EUR beziehungsweise 35,25 EUR. Der Fair Value der Analysten dei 36,45 EUR.
Die Analysten der HSH Nordbank AG bleiben daher bei ihrem "kaufen"-Rating für die HHLA-Aktie. Das Kursziel auf Sicht von 12 bis 18 Monaten sei 36,45 EUR (vorher: 37,20 EUR). Das Anlagerisiko schätze man als mittel ein. (Analyse vom 19.05.2009) (19.05.2009/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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